Rosmarin (Salvia rosmarinus, lange bekannt als Rosmarinus officinalis) ist ein immergrüner Strauch aus dem Mittelmeerraum mit schmalen Blättern und hellblauen Blüten. Er wächst problemlos an einem sonnigen, gut durchlässigen Standort, sogar im Topf auf dem Balkon. Deshalb ist er eine der besten Pflanzen für den Einstieg ins Destillieren.
Für die Destillation verwendest du die Blätter und jungen Zweige. Sie ergeben ein frisches, krautiges ätherisches Öl und ein klares, aromatisches Hydrolat. Rosmarin ist großzügig: Schon eine kleine Destille, gefüllt mit Zweigen von einem gesunden Strauch, ergibt eine deutliche Ölschicht auf dem Hydrolat.
Die beste Erntezeit ist der Sommer, an einem trockenen Morgen, wenn der Tau verschwunden ist. Du kannst die Zweige frisch destillieren oder in kleinen Bündeln im Schatten trocknen. Getrockneter Rosmarin hält sich in einem dunklen Glas bis zu einem Jahr, sodass du auch im Winter destillieren kannst.
Schneide lange Zweige in Stücke von wenigen Zentimetern, bevor du den Korb füllst. So erreicht der Dampf jedes Blatt. Drücke das Pflanzenmaterial nicht zu fest an: Dampf sucht sich immer den leichtesten Weg, und ein vollgestopfter Korb hinterlässt trockene Stellen.
Rosmarin ist auch in der Glaskolonne schön anzusehen. Die nadelförmigen Blätter werden etwas dunkler, wenn der Dampf hindurchzieht, und der Duft erfüllt den Raum lange bevor die ersten Tropfen in die Vorlage fallen.
Wächst bei dir Rosmarin? Vielleicht ist er die einfachste erste Pflanze für deine Destille.